Patrozinium Maria Magdalena mit Pfarrer Steffen Schölch in Tiefenbronn gefeiert
Quelle: Vita Tavolieri
In Tiefenbronn wurde das Patrozinium Maria Magdalena mit einem gelungenen Festgottesdienst, erstmals zelebriert von Steffen Schölch, dem leitenden Pfarrer der Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim, gefeiert.
„Der Magdalenenaltar von Lucas Moser zieht den Blick auf sich. Er entstand 1431/32 und gehört zu den herausragenden Kunstwerken dieser Kirche. Auf seinen Bildern wird das Leben Maria Magdalenas erzählt: ihre Nähe zu Jesus, ihre Umkehr, ihre Reise, ihre letzte Kommunion“, so der Pfarrer. Schölch verweist auf eine Inschrift auf dem Altar, mit der der Künstler klagt: „Schrei, Kunst, schrei und klag dich sehr, deiner begehrt jetzt niemand mehr“. Dies klinge erstaunlich modern. Ein Künstler des Jahres 1432, der das Gefühl hatte, er werde nicht verstanden. Seine Arbeit werde übersehen. „Vielleicht verbindet Lucas Moser gerade das mit Maria Magdalena. Denn auch sie ist eine Frau, die lange Zeit nicht richtig gesehen und nicht richtig verstanden wurde“, unterstrich Pfarrer Schölch. Über Jahrhunderte sei sie vor allem als große Sünderin dargestellt worden, als die reuige Frau, die Jesus die Füße salbt. „Der Altar erzählt die traditionelle, mittelalterliche Sichtweise eindrucksvoll und theologisch reich, aber das heutige Evangelium setzt einen anderen Akzent. Hier ist Maria Magdalena nicht zuerst die Sünderin. Sie ist die Suchende, die Weinende, die Hörende, die Gesandte“, so der Pfarrer.
Quelle: Vita Tavolieri
Die Kirche bewahre einen kostbaren Glaubensschatz. Der Magdalenenaltar und der Hochaltar stünden seit fast sechs Jahrhunderten in der Kirche. Die Kirche trage Erinnerungen, Geschichten und Frömmigkeitsformen vieler Generationen „Aber christliche Tradition bedeutet nicht, die Vergangenheit festzuhalten, als dürfte sie sich niemals verändern“, sagte der Seelsorger und verwies auf den Flügelaltar, der je nachdem wie man ihn betrachte, eine andere Geschichte zeige. „Vielleicht, ist das ein schönes Bild für lebendige Tradition: Sie hat einen festen Kern, aber sie ist nicht starr. Sie öffnet neue Perspektiven“, sagte Steffen Schölch. Eine Kirche könne äußerlich wunderschön und innerlich dennoch verschlossen sein. Sie könne ihre Kunstschätze schützen und zugleich die Menschen übersehen, die vor ihrer Tür stehen. Sie könne Maria Magdalena verehren und doch Frauen in der Kirche zu wenig hören. Sie könne von Umkehr sprechen und selbst jede Veränderung vermeiden.
Quelle: Vita Tavolieri
Beim Gottesdienst, den auch die afrikanischen Ordensschwestern mit Liedern und Trommeln begleiteten, an der Orgel Sabine Widmann, war vor allem die Gemeinschaft und die feierliche Stimmung spür- und erlebbar. Schölch machte den Besuchern Mut im Weitergehen und in der gelebten Verkündigung der Botschaft von der Auferstehung Jesus Christi. Alle Ministranten des östlichen Biets wirkten am Gottesdienst mit. Ein Stehempfang im Freien rundete das gelungene Fest ab. Bereits am Maria Magdalena-Tag selbst - gab es einen beeindruckenden Wortgottesdienst von Ruth-Maria Sator mit einem Segnungsteil und Salbung.